Gegen Antisemitismus und gegen das Vergessen, 1000,00 € Spende des RC Aalen Limes für die Gedenkstätte „Ehemalige Synagoge Oberdorf“.
- Trägerverein ehem. Synagoge Oberdorf e.V.

- 26. März
- 2 Min. Lesezeit
Die Mitglieder des Rotary-Club Aalen-Limes haben die ehemalige Synagoge Oberdorf besucht und sich über die Arbeit des Trägervereins und das Projekt der Dissertationsarbeit Silberbauer zum Thema Landjudentum ausführlich informiert. Die Spende soll die weitere wichtige Arbeit als Erinnerungsstätte unterstützen.

Aktuell erleben wir in unserer Gesellschaft eine starke Zunahme von gefährlichem Antisemitismus und von unglaublicher Geschichtsvergessenheit. Es leben nur noch wenige Zeitzeugen, die uns eindringlich vor dem Vergessen mahnen.
Ein Zitat von 1985 des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizäcker ist sehr aktuell:
„ Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, der wird am Ende blind für die Gegenwart. Wer sich der Unmenschlichkeit nicht erinnern will, der wird anfällig für neue Ansteckungsgefahr.“
Der Beitrag des jüdischen Lebens zur Kultur unseres Landes vom Mittelalter über die Barockzeit bis im 19. Jahrhundert dokumentiert eine Anzahl von erhaltenen Synagogen auf eindrucksvolle Weise. Die Nationalsozialisten haben nicht nur dem jüdischen Teil unserer Landsleute das Lebensrecht verweigert, sondern mit der systematischen Zerstörung der Synagogen auch die Erinnerung ihres kulturellen Erbes der Nachwelt entrissen. Dass wenigstens dieses Ziel nicht erreicht wurde, haben wir der bemerkenswerten Tatsache zu verdanken, dass wie in Oberdorf, durch den Einsatz von Bürgern und Gemeinden ehemalige Synagogen in ihrer baulichen Substanz wieder hergestellt, restauriert, zu Museen oder Gedenkstätten umgewandelt werden konnten.
Obwohl nach der Katastrophe von nationalsozialistischer Gewaltherrschaft und Krieg in Oberdorf und im Ostalbkreis nach 1945 keine Einwohner jüdischer Herkunft und Religion mehr lebten, war die Erinnerung an die ehemaligen Mitbürger und deren Geschichte nicht erloschen. Immerhin, das Gebäude der Synagoge war nach dem Brandanschlag der SA-Horden 1938 durch den beherzten Einsatz von Oberdorfer Bürgern zumindest in der Bausubstanz, wenn auch um seine Ausstattung und seine Bedeutung als Gotteshaus beraubt, erhalten geblieben. Es diente während des Krieges als Unterkunft für Zwangsarbeiter, später als Kirche und zuletzt als Lagerraum für einen örtlichen Handwerker.
Der Anfang 1989 gegründete Trägerverein ehemalige Synagoge Oberdorf erwarb das Gebäude um es zu erhalten und als kreisweite Gedenkstätte und Begegnungsstätte auszubauen.
Die ehemalige Synagoge in Bopfingen Oberdorf ist als kreisweite Gedenk- und Begegnungsstätte, sowie Museum zur Geschichte der Juden im Ostalbkreis überregional
bedeutsam. Über die Jahre waren viele Tausend Menschen, darunter viele Jugendliche und zahlreiche Angehörige ehemaliger Oberdorfer Juden aus USA, Israel und Großbritannien in der ehemaligen Synagoge zu Besuch.










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